Montag, 15. Juni 2009

Sydney

Frage: Wie fühlt es sich an, nach 5 Jahren wieder in die Stadt zurückzukehren, in der man bereits 4 wundervolle Wochen verbracht hat? Antwort: Einfach fantastisch!

(Vorsicht! Der folgende Text wurde von einer Sydney-infizierten Person geschrieben!)

Dank dem guten Vorarbeiten Barbaras konnten wir den Tag, der von der Schule bzw. dem Staat für das Schreiben von Zeugnissen zur Verfügung gestellt wurde, in ein verlängertes Wochenend in Sydney investieren.
Wir brachen noch am Donnerstag nach der Arbeit auf und trafen nach dem kurzen Flug zu einer noch christlichen Zeit in Sydney am Darling Harbour in unserem Studio ein, das wir für drei Nächte gebucht hatten.

Die Lage unserer "tiptopen" Unterkunft war absolut genial. Zwar verdeckte uns das Hochhaus von PWC die direkte Sicht auf den Hafen, aber wir waren am nächsten Tag innerhalb von weniger als fünf Minuten am Hafen und staunten wie schon damals über die wunderschöne Skyline. Wir fühlten und schnell wieder "wie zuhause".










Da in Sydney der beste Weg, die Stadt zu geniessen, per Fähre ist, tuckerten wir in Richtung Circular Quay, stiegen aber unterwegs im Luna Park aus. Dieser besteht seit 1937 und wurde glücklicherweise zum grössten Teil so belassen, wie er damals war. Und so besticht er durch viel Charme sowie seine Lage mit Sicht auf Harbour Bridge und Opera House. Erstaunlich ist zudem, dass der Luna Park mitten in einem Wohnquartier steht. Für die Anwohner muss es nervig sein, ständig das Gekreische zu hören...









Dann ging es endlich weiter zum Circular Quay mit dem Sydney Opera House. Und auch wenn man es zum x-ten Mal sieht, ist es doch immer wieder erstaunlich und faszinierend. Das Setting, die Farben, die Formen, die Ruhe... (Und am schönsten von der Fähre aus gesehen.)











Da die Tage im Winter kurz sind, blieb uns nur noch, durch The Rocks zu spazieren, hoch auf die Harbour Bridge (obwohl wir das Bridge Climbing anderen überliessen) und danach via ein paar Shops wieder zum Darling Harbour zurück.

Auch nachts hat Darling Harbour sehr viel Charme. Wo kann man schon so nah an der Skyline sitzen und im Freien (dank umweltverschmutzenden Wärmestrahlern) Znacht essen? Der Hintergrund ist echt und keine Kulisse - auch wenn es ganz danach aussieht.










Den Samstag verbrachten wir zu einem grossen Teil auf der Fähre. Zuerst tuckerten wir zum Taronga Zoo, einem Ort, von dem wir uns nicht erklären können, weshalb wir ihn damals vor fünf Jahren nicht besucht hatten! Allein die Fahrt dorthin ist unglaublich. Und die Lage des Zoos - direkt gegenüber dem Opernhaus und der Harbour Bridge - ist wirklich einmalig! Zudem bekamen wir ein paar noch nie gesehene Tiere zu Gesicht. Schaut selbst!



















Kaum waren wir wieder zurück am Circular Quay, entschlossen wir uns, die letzten Minuten des Tageslichts in Manly zu geniessen - wohin wir wiederum mit der Fähre fuhren. Auch wenn wir in Manly selbst nicht viel Zeit verbrachten, so lohnte sich die Ausfahrt doch sehr, da der (indirekte) Sonnenuntergang und die Stimmung an der Manly Beach wunderschön waren.







Wieder am Circular Quay wurden wir Zeugen einer unglaublichen Lichtshow: Das Opera House wurde mit Licht beleuchtet und wechselte alle paar Minuten das Muster. Es war absolut faszinierend, die Wechsel zu sehen. Das fanden nicht nur wir beide, sondern viele Tausende von Leute, die mit uns das Spektakel anschauten. Das entschädigte dann mehr als genug dafür, dass das eigentliche "Spektakel", eine Performance mit dem Namen "Fire Water", die vor den Rocks auf dem Wasser aufgeführt wurde, enorm schwach war - und zwar nicht nur, weil kaum jemand etwas davon sah.


















Da wir aber mit der letzten Fähre noch zum Darling Harbour kommen wollten, mussten wir uns wohl oder übel von diesem faszinierenden Lichtspiel losreissen.

Den letzten halben Tag verbrachten in der Umgebung vom Darling Harbour, z.B. im Chinatown.









Als wir in den Zug zurück in den Flughafen einstiegen, setzte der Regen ein, der eigentlich gar nicht vorhergesagt war, uns aber nicht mehr zur kümmern brauchte. Wir wussten aber, dass wir auf jeden Fall wieder nach Sydney zurückkehren würden - spätestens nach unserer Pensionierung.

Montag, 8. Juni 2009

Hallo Ihr Lieben

Wir melden uns mal wieder von einem Wochenendausflug zurück! In Australien gibt es ja kaum Feiertage (wir hatten weder Ostermontag, noch Auffahrt oder Pfingsten), aber jährlich wird am zweiten Montag im Juni der Queens Birthday gefeiert. So sind wir also doch noch in den Genuss eines verlängerten Wochenendes gekommen. Wir haben uns entschieden, den Winter in Australien zu suchen und haben uns aufgemacht in die "Berge" (der höchste ist knapp 2000 m hoch).

Am Samstagmorgen ging unsere Reise los ins etwa 350 Kilometer entfernte Harrietville, wo wir ein Häuschen für unsere zwei Übernachtungen gebucht hatten. Leider haben wir die Sonne am Samstagmorgen zum letzten Mal bis zu unserer Rückkehr am Montagnachmittag gesehen. Aber dazu später mehr...

Den Samstag haben wir also hauptsächlich mit der Hinreise verbracht und dabei haben wir auch einen Stop im ehemaligen Goldgräber-Städtchen Beechworth gemacht. Trotz des misslichen Wetters versprühte das Dorf viel Charme und wir genossen das Bummeln "unter den Lauben". Natürlich durfte auch ein Abstecher in den grossen Süssigkeiten-Laden nicht fehlen.





















Gegen Abend kamen wir dann in Harrietville an und es erwartete uns ein sehr gemütliches Häuschen und eine feine Flasche Rotwein auf dem Esstisch. Während es draussen kalt war und regnete, genossen wir einen gemütlichen Abend mit Apéro und feinem Nachtessen in unserem Wochenendhäuschen.











Am Sonntag stand das Besuchen eines Skigebiets und insbesondere das Finden von Schnee (!!) auf dem Programm. Da das Mitführen von Schneeketten in den Bergen zu dieser Jahreszeit Pflicht ist (egal, ob Schnee liegt oder nicht, denn sonst zahlt man AUD 500 Busse!), mussten wir zuerst noch Schneeketten mieten. Wir machten uns daher auf den Weg nach Bright, um dort Schneeketten zu organisieren.







Wir entschieden uns, das Skigebiet Falls Creek (das steilste in Victoria ;-)) zu besuchen. Es regnete unaufhörlich und das machte uns zumindest Hoffnung, dass wir allenfalls in den Genuss von australischem Schnee kommen würden. Von Bright führt eine kurvige Strecke (wir fühlten uns schon fast wie in der Schweiz=) über 55 Kilometer bis nach Falls Creek. Dort angekommen durften wir dann erfahren, dass die Skiresorts in Australien durchaus wissen, wie sie mit den Touristen Geld verdienen. Um den Ort betreten zu dürfen, hatten wir 31 AUD zu bezahlen (ca. 25 Franken). Dieses Geld wird nicht für den Nationalpark eingesetzt, sondern fliesst in die Kasse des Skiortes. Wer dann Skifahren möchte, muss zusätzlich noch einen Tagespass von 94 AUD (ca. 80 Franken) kaufen. Aber das blieb uns ja erspart...:-)

Angekommen in Falls Creek erlebten wir doch tatsächlich australischen SCHNEE! Wir haben bislang gedacht, der australische Winter mit Schnee sei nur ein Märchen. Aber er existiert wirklich (und ist dazu auch noch kalt!). Das Wetter war zwar so schlecht, dass wir keine Berge gesehen haben, aber wir genossen trotzdem das Herumspazieren im ersten Schnee dieses Winters und natürlich auch das Sessellift-Fahren (dank den Instruktionen des Liftpersonals schafften wir es auch tatsächlich, ein- und auszusteigen ;-)).















Das Ski-Resort gleicht doch schon sehr stark den europäischen Verhältnissen. Und insbesondere hat sich der Ort sehr vieler österreichischer Namen für die Strassen bedient. Da aber noch nicht genügend Schnee lag, um wirklich Ski zu fahren, war das Dorf noch nicht überlaufen mit Skifahrern und Snowboardern. Doch vereinzelte Menschen mit Skischuhen liessen sich erspähen, schliesslich ist das Queen's Birthday Weekend jeweils der Beginn der Skisaison in Australien.

Wir waren nach unserem Schneeausflug richtig froh, wieder zurück im warmen Auto zu sein. Unterwegs kamen wir vorbei an touristischen Orten wie Bright oder natürlich auch an verschiedenen Geschäften für Skivermietung, was in uns immer ein Grinsen entlockte, auch wenn wir den australischen Schnee ja tatsächlich gesehen hatten.















Nach einem gemütlichen Wochenende im Winter ging es aber leider auch schon wieder zurück nach Melbourne. Wir entschieden uns für eine Rückfahrt über Land, das sehr grün und hügelig war.







Auf dem Rückweg wurden wir allerdings auch der schrecklichen Verwüstungen bewusst, welche anfangs des Jahres durch die riesigen Buschbrände verursacht wurden. Wir fuhren durch abgebrannte Wälder und besonders schlimm hat es die Ortschaft Marysville getroffen. Viele Häuser sind sind bis auf die Grundmauern abgebrannt (so auch die Polizei). An einigen Orten beginnen die Menschen, ihre Häuser wieder aufzubauen und die Australier werden geradezu aufgfordert, dieses Gebiet zu besuchen (und natürlich die lokalen Restaurants etc. zu benutzen). Wir waren aber im Vergleich zu vielen anderen Tagestouristen nicht Gaffer genug, um auszusteigen...



Mit diesen Bildern in Kopf sind wir Richtung Chelsea gefahren und wir wurden uns so richtig bewusst, dass die Waldbrände nur 70 Kilometer entfernt von uns gewütet haben.

Bis bald,
Barbara und Michel

Sonntag, 17. Mai 2009

Footy

Liebe Sportler/innen

Footy (kurz für Australian Rules Football) ist hier in Melbourne Sport Nummer 1. Es scheint daneben (ausser vielleicht noch Pferderennen und ab und zu etwas Crickety) keinen anderen Sport zu geben. Die Zeitungen berichten im Sportteil praktisch nur von Footy (und das über mehrere Seiten), die einzige Sportsendung im TV heisst "Footy Show" (eine Show, bei der sich mehrere Männer über Footy unterhalten...) und alle Melbourner reden immer nur von Footy.

Grund genug also, um uns einen solchen Match auch einmal live anzuschauen. Zusammen mit anderen Austausch-Lehrern/innen in Victoria gingen wir uns in Melbourne im berühmten MCG (Melbourne Cricket Ground) den Match zwischen den "Melbourne Demons" und den "Western Bulldogs" anschauen. Ein Match, der von Namen her nicht so ein Reisser war, da die Demons Tabellenletzte sind und die Western Bulldogs nicht eines der beliebtesten Teams. Aber das war für uns "Anfänger" ja egal.

Die grosse Schüssel des MCG füllte sich nur spärlich, doch trotzdem kamen über 28,000 Zuschauer zusammen. Der Match selbst dauerte gut zwei Stunden (vier Viertel à je zwischen ca. 25 und 30 Minuten) und war sehr unterhaltsam. Oft sind Footy-Matches eher langweilig (für uns zumindest), da die Sache jeweils recht klar ist und die eine Mannschaft jeweils bereits nach kurzer Zeit deutlich führt. Bei unserem Match war es aber glücklicherweise nicht so. Das Spiel war sehr ausgeglichen und eng. Wer von Footy (AFL) nichts versteht, dem sei nur kurz so viel zu den Regeln erklärt: Gespielt wird mit einem Rugby-Ei (wahrscheinlich würde mich jeder Melbourner jetzt fast umbringen, da ich einen Footy-Fussball mit einem Rugby-Ei verglichen habe, aber für Laien hilft der Vergleich). Dieser kann über längere Distanzen gehalten werden und muss entweder mit der Faust oder mit dem Fuss zum Mitspieler befördert werden (natürlich gibt es dafür Regeln, wann wie gekickt werden muss). Das Tor besteht aus vier hohen Pfosten, wobei die inneren zwei höher sind. Tore können erzielt werden, indem der Ball mit dem Fuss zwischen zwei Pfosten gekickt wird. Zwischen den inneren, höheren Pfosten zählt ein Treffer mit 6 Punkten, zwischen den äusseren zwei Pfosten (oder falls der Ball den Pfosten berührt) nur mit 1. Um das Spiel aber doch wieder in die Nähe von Rugby zu bringen, dürfen sich die Spieler ziemlich grob "tackeln", zu Fall bringen oder sie legen sich alle aufeinander, mit jenem zuunterst, der den Ball hält. Footy ist also ein sehr körperbetonter, harter Sport. Die Spieler haben deshalb alle ärmellose T-Shirts an, damit man ihre Oberarm-Muckis sieht, was sicherlich nur deshalb so ist, damit auch Frauen an die Matches kommen.

Nebst dem Spielgeschehen unterhielten wir uns aber auch sonst bestens, z.B. mit den amüsanten Aktionen der "Goal-Schiedsrichter": Hinter jedem Goal steht ein Schiedsrichter, der entscheiden muss, ob es überhaupt ein Goal gegeben hat und wenn ja, ob es ein grosses oder kleines war. Danach zeigt er mit seinen Händen an, ob es ein kleines oder ein grosses war (im Bild: ein grosses, da zwei Hände ausgestreckt) - und dies dazu noch sehr energisch - und rast dann zu einem Pfosten, in dem er Fähnchen versteckt hat, die er dann auch noch auf eine spezielle Art und Weise schwenkt (könnte fast mit den Schweizer Fahnenschwingern mithalten ;-)). Der Schiedrichter hinter dem gegnerischen Goal macht bei der Fahnenschwingete auch mit. So sieht also auch der Hinterletzte, dass es ein Tor gegeben hat.

Zudem machten wir natürlich, was alle Footy-Fans an einem Match im Stadion machen, nämlich eine Meat Pie essen. Naja, für Nicht-Fleischfans wie Barbara ist dies australische Nationalgericht nicht unbedingt eine Delikatesse (ist das vielleicht auch der Grund, weshalb sie auf dem Foto nicht unbedingt sehr begeistert dreinschaut?), aber es gab ja zum Glück auch noch das zweite Nationalgericht, nämlich Pommes Frites ;-)







Wer sich mit dem Footy nicht anfreunden konnte, konnte dann aber wenigstens einen speziellen Sonnenuntergang miterleben.
Nach dem Footy ging die grosse Austauschlehrer-Gruppe mit den zig Kindern im Chinatown essen. Eigentlich hatten wir uns sehr auf chinesisches Esse gefreut, aber leider war nicht nur der Service chaotisch (Barbaras musste schliesslich auf ihre bestellten Dim Sims verzichten), sondern das Essen war auch sehr "ungewöhnlich". So seltsam, dass sogar Michel praktisch alles stehen liess und seinen Magen mit halbkaltem Reis füllte. Dafür hatten wir nette Gesellschaft am Tisch der Kanadier, was uns für das Essen entschädigte.

Natürlich haben auch alle in Melbourne eine Lieblingsmannschaft. Wir haben uns da selbstverständlich nicht zurückgehalten. Die Wege, wie wir uns für eine Mannschaft entschieden haben, sind aber etwas unterschiedlich.

Michel: nach dem Studium aller Mannschaften hat er Sympathien für St. Kilda entwickelt. Dies insbesondere, weil er gerne in St. Kilda leben würde...:-) (St. Kilda ist ein Quartier in der Nähe des Stadtzentrums und direkt am Meer gelegen). Michel hat sich anschliessend bei verschiedenen Personen erkundigt, ob St. Kilda eine erfolgreiche Zukunft vor sich haben könnte. Von den meisten Personen wurden die Saints (wie die Mannschaft auch noch heisst) als starke Aussenseiter bezeichnet. Dies ist eine hervorragende Ausgangslage und daher hat sich Michel für die Unterstützung von St. Kilda entschieden. Dies ist übrigens eine hervorragende Wahl. Nach acht Runden stehen die Saints ohne Verlustpunkte an der Tabellenspitze... (Im Bild Schülerinnen Barbaras, die auch für St. Kilda sind.)

Barbara: Anders als Michel hat sie sich bis jetzt immer noch nicht ganz entscheiden können, aber folgende Faktoren waren bei der Wahl ausschlaggebend: Besonders wichtig waren die Vorberichte (vor Beginng der Saison) in den Zeitungen. Entscheidend waren jedoch dabei nicht die sportlichen Belange, sondern die Farben und Muster der T-Shirts und das Aussehen der Spieler... Leider gehört das schönste T-Shirt (nach Ansicht von Barbara) der Mannschaft von Adelaide. Obwohl etwa die Hälfte aller Teams aus Melbourne stammen (der Ursprungsstadt des Footy), hat sich Barbara nun also halbwegs für ein Team von ausserhalb von Melbourne entschieden... Adelaide hält sich momentan im Mittelfeld auf. Es besteht also noch Hoffnung.

Sonntag, 10. Mai 2009

Alltag auf Australisch

Liebe Schweizer Freunde und Familie


Da hier der Vor-Winter eingekehrt ist und uns die Temperaturen nicht so sehr zu grossen Ausflügen animieren, wollen wir euch heute einmal ein bisschen vom Alltag in Australien erzählen.


Thema 1: TV

Hier in Melbourne gibt es gerade mal fünf öffentliche TV-Sender. Einer davon ist etwa ARTE-mässig einzuschätzen (der letzthin übrigens eine Dokumentation über das Piemont brachte mit Bildern aus den 80er-Jahren - das war ein Brüller ;-)). Ein zweiter ist etwa wie ZDF oder BR. Und so bleiben noch drei weitere, die v.a. US-Serien und australische Doku-Soaps bringen. So viel also dazu, mit was für Kost wir unsere Augen und Ohren verwöhnen. Wenn man mehr Sender haben will, muss man pro Monat etwa 50 AUD (ca. 40 CHF) zahlen... Da das Angebot für uns also ziemlich beschränkt ist, sind wir Stammkunden im Videoverleih hier in Chelsea geworden. (Aber bei 2 AUD pro Video kann man auch nicht viel sagen.)


Thema 2: Internet

Will man das Internet nützen, muss man hier für die Downloads bezahlen. Je mehr Downloads man will (es geht hier um die Grösse), umso mehr zahlt man. Wir haben hier im ersten Monat feststellen müssen, was geschieht, wenn man die Downloadlimite überschreitet: Die Übertragungsgeschwindigkeit wird etwa halbiert (nachdem das Internet hier sowieso nicht das schnellste ist), was das Arbeiten ziemlich mühsam macht. Nun haben wir eine grössere Menge Downloads erhalten und müssen uns nicht mehr so darum kümmern/uns darüber ärgern. Allerdings gibt es auch an Barbaras Schule eine solche Downloadlimite. Die Schüler/innen müssen Internet Credits kaufen. Und wenn sie diese aufgebraucht haben, wird der Zugang zum Internet verweigert. Dies gilt jedoch nicht nur für Schüler/innen: Auch Barbara konnte bereits zwei Mal plötzlich nicht mehr ins Internet... ärgerlich... Sind wir in der Schweiz so verwöhnt?


Thema 3: Zeitungen

Bei Barbara an der Schule gibt es das tolle Angebot, dass man sich eine Zeitung gratis an die Schule bestellen kann. Sie konnte zwischen dem "Herald Sun", der v.a. aus Klatsch und Tratsch besteht (und für den das Ausland - nebst vielleicht ein bisschen Barack Obama bzw. Michelle Obama und dem, was sie gerade anhat - nicht existiert) und "The Age", die sich immerhin auch etwas für Barack Obamas Politik interessiert, wählen. Um doch ein bisschen etwas von der Welt mitzubekommen, hat sie "The Age" gewählt, die gerade gut ist, um in der Mittagspause kurz informiert zu werden. Das funktioniert v.a. da der Sportteil nur aus Footy (Australian Rules Football) besteht. Unglaublich! Das Interessante an dieser Zeitung ist jedoch die Samstagsausgabe: Die Zeitung (in ihrem unpraktischen Riesenformat) hat ungefähr 8 Beilagen, die zuerst aus der Zeitung "geschält" werden müssen, will man sich nicht alle paar Seiten über einen neuen Bund ärgern, der einen am Weiterlesen hindert. Die Zeitung kostet jedoch unter der Woche nur 1.50 AUD!


Thema 4: Finding someone's house

Wenn man hier in Australien eine Person zu Hause besuchen will, muss man die Adresse im Vornherein kennen, denn hier sind weder Briefkasten noch Haustüre mit Namen angeschrieben. Zudem haben die meisten Häuser keine Hausglocke. So klopft man einfach an die äussere Tür (mit Fliegengitter). Generell wird hier das Thema "Datenschutz" enorm gross geschrieben! Auch an Barbaras Schule gibt es keine Übersicht über die Namen und Adressen der Lehrkräfte oder der Schüler/innen. Dies ganz im Gegensatz zur Schweiz, wo dies alles transparent und öffentlich zugänglich ist/sein soll.


Thema 5: Essen

Die australischen Essgewohnheiten kennzeichnen v.a. Fastfood, Foodcourts, Takeaways und BBQs (Barbies).

An jeder Ecke gibt es gleich eine ganze Reihe von Fastfood-Gelegenheiten (von McDonald's über Hungry Jack's, wie Burger King hier heisst, über Red Rooster und KFC bis Pizza-Hut, Subway, Fish&Chips- und Burger-Buden und und und gibt es alles). Da die Aussies jene zu sehr lieben, ist ein zu grosser Teil der Bevölkerung fett/zu fett. Es wird nun auf alle möglichen Arten versucht, die Leute zu healthy food zu animieren. U.a. wurde zu Beginn des Schuljahres bekannt gegeben, dass die Kantinen an den Schulen jetzt keine "Confectionery" mehr verkaufen. Jedoch ist es möglich, sogar in der Vormittagspause bereits Pommes Frites oder Pizza zu erhalten!

Foodcourts sind grössere "Hallen" v.a. in Shoppingcentern, in denen es zig verschiedene Verpflegungsmöglichkeiten gibt (chinesisch, Sushi, mexikanisch, Sandwiches...). Wir essen zwar jetzt nur äusserst selten in jenen Foodcourts, aber haben die grosse Auswahl dort jeweils immer sehr geschätzt, da alle Gelüste befriedigt werden können.

Die Australier sind grosse Fans von Takeaways. Überall kann man die Mahlzeiten mit nach Hause nehmen. Und sie tun dies auch sehr oft. Im Restaurant bleiben und essen wird eigentlich nur dann gemacht, wenn das Restaurant auch wirklich ein besseres ist. Wir können es aber in vielen Fällen gut nachvollziehen, weshalb es bevorzugt wird, das Essen zwar nicht selbst zu kochen, aber nicht vor Ort zu verspeisen: Die Restaurants sind oft nicht mehr als ein kahler Raum mit lieblos hingestellten kleinen Tischchen und Stühlen. Wir haben selbst auch schon Gebrauch davon gemacht, als wir beide abends spät nach Hause kamen und keine Zeit und Lust zum Kochen mehr hatten. Aber nur enorm selten.

Barbies gehören zum Aussie wie die Rösti zum Schweizer. In jedem Park findet sich normalerweise ein Gas- oder Elektro-Grill, der auch sehr rege benutzt wird. Am Wochenende trifft sich die australische Bevölkerung in jenen Pärken und grillt, was das Zeug hält. Die Würstchen, die es hier in allen verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt, sind zwar überhaupt nicht mit Schweizer Würsten zu vergleichen, aber es gibt auch recht gute. Und wenn man die Preise für Fleisch anschaut, wird einem klar, weshalb so viel davon auf den Grill geschmissen wird.

Thema 6: Kaffee

Die Melbournianer sind grosse Kaffeetrinker. Die ganze Stadt (v.a. das Zentrum) ist voll von Kaffees (grossen und kleinen) und es ist absolut üblich, mit dem Plastikbecher unter dem Arm durch die Stadt zu spazieren oder natürlich den Take-away Kaffee mit zur Arbeit zu nehmen.

Thema 7: Preise

Australien ist kein billiges Land. Natürlich gibt es Dinge, die hier günstiger sind (je nach Dollarkurs). Das Benzin kostet im Moment ca. 1.20 AUD (ca. 1 CHF), Poulet kostet knapp die Hälfte, Fotos entwickeln/drucken lassen (0.15 AUD pro Bild!)... Aber einige Dinge sind auch recht teuer: Brot (auch Toastbrot, wenn man nicht Weissbrot will), Joghurt, Bücher (!!!), Bier, Schokolade... Und wenn der Dollarpreis weiter steigt (seit unserer Ankunft hat er schon 10 Rappen zugelegt!), kann man die Schweiz und Australien preismässig absolut vergleichen. Also, all diejenigen, die uns in Australien besuchen kommen wollen: Spart mal schön!


Herzliche Grüsse aus Down Under,
Die Fischerlis