Dienstag, 18. August 2009

Der Frühling winkt

Liebe Noch-Sommer-Schweizer

Irgendwie erscheint uns der Winter in Australien viel länger (und kälter) als in der Schweiz und so können wir es kaum erwarten, bis der Frühling (und der Sommer) einkehrt. Am letzten Wochenende durften wir dann sehen, dass er tatsächlich schon sanft an die Tür klopft.

Da uns gar nicht mehr soo viel Zeit hier in Australien bleibt, beschlossen wir, das Wochenende in der Region Daylesford (auch Spa-Country of Australia genannt) zu verbringen. Obwohl Daylesford gar nicht so weit von Melbourne weg ist, wollten wir die Zeit doch so gut wie möglich ausnutzen und fuhren am Freitag direkt nach Barbaras Arbeit los. Grad ein bisschen zu spät, um den fantastischen Sonnenuntergang zu bewundern, trafen wir in Glenlyon (etwas ausserhalb von Daylesford) bei unserer Unterkunft für zwei Nächte ein: Ein kleine, aber feine Häuschenhälfte auf dem Land. Wir genossen die ruhigen Abende mit dem Cheminee-Feuer absolut!

Am nächsten Tag bestätigte sich der Wetterbericht (Regen) wieder einmal nicht. Zum Glück! Wir durften bei wunderbarstem Wetter die Gegend erkunden. Für Michel waren die Frühlingsgefühle sogar so hoch, dass er zeitweise sein T-Shirt zur Schau trug. Aber richtig braun wurde er doch nocht nicht ;-)

Die Region bot zig herzige kleine Örtchen, die dank den v.a. auch Tagestouristen aus Melbourne sich sehr herausgeputzt hatten und Mühe gaben, hübsch auszusehen.
Daylesford ist berühmt für seine Bevölkerung, die zu einem grossen Teil aus Künstlern und Homosexuellen besteht. Freunde der Alternativmedizin und aller Formen der Heilkunst und Esoterik finden hier eine riesige Auswahl.







Um Daylesford herum gibt es zahlreiche "mineral springs", welche seit Jahzehnten im Bereich Wellness eingesetzt werden. Auf der Suche nach einer von diesen Mineralquellen kamen wir an diesem hübschen Seelein vorbei (mit Gänseblümchen und aufgeregten Enten, die hier genau gleich aussehen wie in Europa). Die "mineral spring" erwies sich dann als Enttäusschung: Sie bestand lediglich aus dieser Pumpe - und Michel musste feststellen, dass das Wasser wohl nicht zum Trinken bestimmt ist ;-)

Im Ort selbst stolperten wir für Michel über ein Café (oder eine Bar?) mit dem Namen "Breakfast & Beer" (für Barbara tönte dieser Name schon fast eklig, aber Michel hatte natürlich eine Erklärung bereit, weshalb dieser Name absolut passend sei) und für Barbara über eine wunderschöne Schule.

In Castlemaine fanden wir zwar das Castle nicht (es gibt keins - woher hat der Ort denn dann seinen Namen?!), aber dafür ein für Besucher leider geschlossenes altes Gefängnis und ein Museum, bei dem wir es jedoch nur bei der äusseren Besichtigung liessen - wer geht schon bei diesem Wetter in ein Museum?!







Der nächste grössere Halt war dann in Bendigo, dem nördlichsten Punkt unserer Rundreise. Bendigo hat (wie Ballarat) eine Goldgräbervergangenheit, aber da wir dieser ja bereits in Ballarat mehrere Male auf der Spur gewesen waren, verzichteten wir auf den Besuch der Mine und des Golden Dragon Museums. Dafür nahmen wir uns etwas vor, was in Australien relativ selten ist: eine Kathedrale. Es gibt in Australien zwar unzählige kleine Kirchlein (v.a. Freikirchen), aber eine grosse, katholische Kathedrale in diesem Stil ist doch eher rar.










Obwohl Bendigo doch relativ gross ist, kam es uns relativ ausgestorben vor. Vielleicht war der Grund u.a., dass es Samstag war und die Läden dann kurz nach Mittag schliessen?!

Auf dem Rückweg nach Daylesford (bzw. Glenlyon) liefen/fuhren wir diesen Vorboten des Frühlings über den Weg sowohl diesen hübschen Orten. Herrlich!



























Als wir am nächsten Tag aufwachten, war es dann leider schon wieder vorbei mit dem schönen Frühlingswetter: Es regnete und regnete, was uns auf der Rückreise natürlich zu weniger Stopps einlud. Erst kurz vor Melbourne, auf dem Mount Macedon, der eine schöne Sicht auf die Port Phillip Bay und Melbourne bot, verzogen sich die Wolken für ein Weilchen.

















Trotzdem genossen wir das Wochenende total. Es zeigte uns, dass der Frühling auf dem Weg ist und wie schön er sein wird! Wir freuen uns darauf!

Liebe Frühlingsgrüsse (und das bereits im August, was bei euch ja Februar wäre) von Fischerlis

Mittwoch, 12. August 2009

Freude herrscht Down Under - Besuch aus der Schweiz

Liebe Blog-Leserinnen und -Leser

Down Under ist zwar einige Stunden von der Schweiz entfernt, aber trotzdem durften wir uns über Besuch aus der Schweiz freuen! Roger hat den langen Weg von Züri nach Melbourne auf sich genommen. Zwei Gepäckstücke seien besonders erwähnt, das eine schon mal vorweg.

Damit wir als YB-Supporter auch Down Under nicht vergessen, dass wir schon seit einigen Jahren auf einen Titel warten, durften wir dieses spezielle Geschenk entgegen nehmen. Da wir ja auch in Niederlagen Grösse zeigen, werden wir dieses T-Shirt mit Stolz tragen :-)


Nachdem Roger seinen Jetlag ausgeschlafen hatte, stand auch schon der 1. August bereit. Um doch ein bisschen Heimatgefühl zu verbreiten, haben wir immerhin die Schweizer Fahne auf dem Zmorgetisch ausgelegt (wer hätte das gedacht, dass uns das mal passiert...). Viel wichtiger war bei diesem Frühstück jedoch, dass das Brot beinahe mit einem feinen Schweizer Brot mithalten konnte.


Natürlich wollten wir unserem Gast auch etwas von Australien zeigen und der Besuch eines Tierparks durfte dabei nicht fehlen, schliesslich sind Koalas und Känguruhs in Europa nicht alltäglich.



Doch auch die Stadt durfte natürlich nicht zu kurz kommen. Um sich einen besseren Überblick zu verschaffen, hat sich Roger entschieden, das höchste Gebäude von Melbourne zu erklimmen. Der Eureka Tower bringt es immerhin auf 297 Meter. Michel hat zur gleichen Zeit einen Kaffee auf Meereshöhe genossen. Aber der Ausblick ist natürlich nicht zu unterschätzen.



Doch auch der Sport hatte seinen Platz. Neben einem Footy-Game (Australian Football) im grössten Stadion Melbournes (MCG mit über 100'000 Plätzen), sollten wir auch noch Zeugen der 1. Runde der neuen Fussball-Saison werden. Als eingefleischte Fussball-Fans wollten wir natürlich das Niveau im Vergleich zur Schweiz beobachten. Das Spiel fand im zweiten grossen Stadion von Melbourne statt. Eines ist klar: der Star war das Stadion (Etihad Stadion mit 58'000 Plätzen und geschlossenem Dach, da es mit über 100km/h windete). Das Spiel selbst war auf ziemlich tiefem Niveau, obwohl wir mit Melbourne Victory den Sieger der letztjährigen Meisterschaft gesehen haben (das Foto von Roger sagt alles über die Qualität des Spiels aus). Der Start ist mit einer 0:2 Niederlage ziemlich missglückt (aber auch in der Schweiz hat ja der noch amtierende Meister gegen den Underdog YB im ersten Spiel der neuen Meisterschaft zuhause verloren:-)).



Nach einiger Zeit in Melbourne und an der Great Ocean Road, hiess es für Roger, seinem zweiten wichtigen Gepäcksstück etwas mehr Beachtung zu schenken. Richtig, was ihr auf dem Bild seht sind Skischuhe und Skier!! Da bei uns gerade Winter ist, hat sich Roger für einen Ausflug in die Berge entschieden und wird die nächsten 10 Tage im Schnee rumkurven, bevor wir ein weiteres gemeinsames Wochenende in Melbourne geniessen. Wir freuen uns auf seine Rückkehr in unser Melbourne-Heim und sind gespannt, was es von den Aussie-Skigebieten zu berichten gibt.



Natürlich liessen wir Roger nicht ziehen, ohne ein gemütliches Abschiedsessen beim Thai in Chelsea.




Bis bald und wir freuen uns über jeden weiteren Besuch bei uns Down Under!

Die Fischerlis

Freitag, 7. August 2009

Cuckoo Restaurant

Liebe Schweizer Freunde der deutschen Kultur!

Wie angekündigt folgt hier bereits ein weiterer Eintrag über den Schul-"Alltag" hier in Australien. Wir fuhren mit einer Horde von 180 Deutsch-Schülern/innen (8. bis 12. Klasse) ins typisch deutsche Cuckoo Restaurant etwas ausserhalb von Melbourne.

Für die Schüler/innen ist dieser Anlass der jährliche Highlight des Deutschunterrichtes. Sie sind absolut verrückt danach! Das Restaurant liegt in den "Melbourner Bergen", den Dandenong Ranges, und ist grauenhaft kitschig deutsch, aber irgendwie doch nicht ganz deutsch. Für mich machte die Deko in diesem absolut dunklen und düsteren Riesenrestaurant eher den Eindruck einer Weihnachtsdeko und nicht immer unbedingt typisch deutsch. "Enttäuscht" war ich v.a. darüber, dass die Tischtücher nicht bayrisch blau-weiss waren. Aber die Schüler/innen und die anderen Gäste (asiatische Touristen) liebten es.










Die Schüler/innen durften sich dann am Buffet mit "deutschen" (naja, wenn Pommes Frites und Pouletschenkel oder Pancakes als deutsch angesehen werden...) Gerichten die Bäuche vollschlagen. Diese Gelegenheit liess sich praktisch niemand entgehen. Es ging nach dem Motto "Ich esse, bis ich platze, denn es ist ja 'gratis'". Unglaublich, was für Portionen die sich auf ihre Teller luden und dann bis zu 5 Mal Nachschub holten! (Und noch unglaublicher war, dass sich niemand übergab.)

Nachdem das Essgelage dann mehr oder weniger vorüber war, begann der Unterhaltungsteil. Eine Zwei-Mann-Musik spielte Lieder wie den "Ententanz" (leider - wie ich finde - nicht auf deutsch, sondern es war der englische "chicken dance") oder (sehr typisch deutsch) "Macarena". Die Kiddies finden solche Dinge aber absolut cool und tanzten wie die Wilden. Überhaupt machten sie alles total gern mit. Sehr amüsant war der Teil, als ein paar Schüler/innen kleine Glocken in die Hand bekamen und diese nach dem Kommando des "Dirigenten" klingeln lassen mussten, sodass eine Melodie entstand. Das funktionierte erstaunlich gut!

Natürlich ging der verlängerte Mittag im Cuckoo Restaurant nicht vorbei, ohne dass ein Lehrer sich noch blossstellen musste. Und wie könnte es anders sein: Es traf mich (da meine lieben 10. Klässler lautstark meinen Namen riefen, als der Entertainer eine "freiwillige" Lehrkraft suchte). So durfte ich (zusammen mit einigen Schülern/innen) meine Jodel-Künste zum Besten geben. Na, glücklicherweise habe ich mich in meiner Lehrerkarriere ja bereits einige Male zum Affen machen müssen. Deshalb machte es mir nicht so viel aus. Und die Schüler/innen fanden tatsächlich, ich könne wahnsinnig gut jodeln ;-)

Nach dem (auch wiederum unglaublich typisch deutschen) Limbo-Dance waren die zwei Stunden im Cuckoo auch schon wieder um und wir fuhren durch den "Schnee" (die Temperaturen waren stark gesunken und es kam während etwa 2 Minuten etwas Schnee-ähnliches vom Himmel und hinterliess auf der Strasse eine dünne Schicht Pflutsch!) ins "Unterland" zurück.

Der Ausflug ist bei den meisten Deutschlehrern unbeliebt. Ich fand es jedoch amüsant, obwohl es zu wenig typisch deutsch war, wie ich finde. Vielleicht sollte man mal ein Schweizer Chalet (Restaurant) eröffnen, sodass die Kinder einmal pro Jahr Fondue und Rösti essen können. Ich würde mich dann anerbieten, Alphorn zu blasen und Schwyzerörgeli zu spielen ;-)

Mittwoch, 5. August 2009

Athletics Day

Liebe Aktiv- und Passivsportler/innen in der Schweiz!

Da wir im Moment ziemlich in Melbourne stationär sind, gibt es halt schon wieder "nur" einen kurzen schulischen Eintrag (und mehr werden folgen...).

Ähnlich wie bereits Anfang des Jahres fand wieder ein Sporttag der ganzen Schule statt (und dies im Winter!). Diesmal war die Leichtathletik an der Reihe. Wiederum sollte ein Motto mehr Schüler/innen dazu animieren, mitzumachen bzw. überhaupt zu erscheinen, aber im Vergleich zum Swim Sport Carnival waren dieses Mal noch weniger Schüler/innen dabei (obwohl es immer noch ein obligatorischer Anlass ist). Und es schien mir auch, als hätten sich weniger die Mühe genommen, sich zu verkleiden. Schade! Aber ein paar machten doch immerhin mit.

Das Motto war dieses Mal "Horror". Und zumindest ich (Barbara) war dieses Mal besser vorbereitet als beim letzten Carnival. Na, das schaut doch ziemlich horrible aus, oder? Zumindest so horrible, dass mich viele Schüler/innen nicht erkannten ;-)








Bei ca. 16 Grad mit aber einem kühlen Wind (was aber an der Kleidung auf den Fotos nicht unbedingt zu sehen ist) absolvierten die Schüler/innen also mehr oder weniger Disziplinen. Ich hatte mich dieses Mal für den Diskuswurf der Girls eingetragen. Es machte viel mehr Spass, Resultate einzutragen, Weiten zu messen und Schülerinnen zu instruieren als nur (wie beim letzten Mal) an einem Gate zu stehen und Jugendliche anzuschnauzen, die etwas Verbotenes machten.

Der Tag ging so recht zügig vorbei, aber ich war trotzdem froh, als der Tag am Schluss mit einer Riesenstaffette und der Siegerehrung (inklusive dem obligaten Fotoshooting) sein Ende nahm; meine Hände waren doch ziemlich eingefroren.








Mein Fazit nach diesem Tag: Schade, dass sie es nicht schaffen bzw. durchsetzen, dass praktisch alle Schüler/innen an diesem Tag erscheinen und mitmachen (wenn auch nicht mit extremer Freude)! Aber es hat mir sehr viel Spass gemacht, zu sehen, wie viele Schüler/innen einen enormen Einsatz zeigten. Da gibt es ein paar sehr gute und ehrgeizige Sportler/innen darunter!